hier erscheinen, je nach Situation, immer mal wieder Stellungnahmen, Aufrufe und Hinweise des Fanclubsprecherrates, des Fanladens und des ständigen Fanausschusses.

*Hamburg, 15-09-2010, der FCSR informiert:

Liebe fanclubs,

nur noch wenige tage bis zum historischen Derby-sieg gegen den Sportverein aus der Vorstadt.

Wir möchten ein friedliches Derby im und vor dem Stadion erleben. Wir distanzieren uns daher auch ausdrücklich von allen - auch versteckten - Gewaltaufrufen wie sie derzeit nicht nur im Internet kursieren.

Durch die Möglichkeit eines Public-Viewing in der \"wasweissichwiediegeradeheisst-Arena\" werden wohl deutlich weniger Fans des Gastvereines ohne Eintrittskarte vor, während und nach dem Spiel im Viertel unterwegs sein. Nichtsdestotrotz müssen sich die Fans des Gastvereines rund ums Stadion frei und sicher bewegen können und dürfen, so wie das bei allen anderen Gästen auch ist.

Derbystimmung und Frotzeleien: JA - Gewalt: Nein! Wir bitten Euch ruhig zu bleiben - lasst Euch nicht provozieren, provoziert oder greift niemanden an nur weil der Gegenüber einen Blau-Weissen-Schal trägt.

Tragt Euren Schal, bringt Eure Fahne, Konfetti, Papierkugeln ..... mit. Lasst uns gemeinsam im Stadion zeigen das Hamburg braun-weiss ist. Wir möchten uns den Worten von Ollis Thresen Thesen anschliessen: \"Genau deshalb erwarte ich ein Inferno am Millerntor. Wer auf dem Rasen kein Gras frisst, der kann sich gleich seine Papiere abholen und wer auf den Rängen nicht sein Äußerstes gibt, um den Vorstädtern die Hölle auf Erden zu bereiten, für den geht mir vollends jegliches Verständnis ab. Die Rautenträger sollen sich ob der Atmosphäre komplett einscheißen - Ich will das riechen können!\"

Euer
Fanclubsprecherrat

*************

Nachfolgend noch eine Einladung von USP für den Freitag - die wir gerne an Euch weiterleiten:

Hallo Sankt Pauli-Fans!

Wir alle leben zurzeit gemeinsam einen Traum! Vor uns liegt das Spiel, auf das wir und der gesamte Verein seit so langer Zeit gewartet haben - ein Derby gegen den hsv am Millerntor. Seit acht Jahren warten wir darauf, dieses Stadtderby wieder zu spielen, doch ein richtiges Derby hatten wir am Millerntor noch nicht. Die "Heimspiele" der letzten Jahrzehnte wurden stets am Stadtrand gespielt. Jetzt ist es soweit, wir empfangen unseren Lokalrivalen nicht in seiner gewohnten Umgebung, sondern in unserem Stadion, in unserem Viertel, auf unseren Straßen und das erste mal seit sehr langer Zeit wird man tatsächlich von einem Heimspiel sprechen können.

Als Einstimmung laden wir und viele andere Gruppen der Fanszene alle St. Paulianerinnen und St. Paulianer dazu ein, euch mit allen gemeinsam auf dieses bedeutsame Wochenende einzustimmen, dass unsere Herzen schon seit Wochen in Flammen setzt. Wir werden am Freitagabend die Südkurve öffnen und heißen euch alle an dem Ort willkommen, der so viel Leidenschaft und Hingabe für den FC St. Pauli vereint. Wir öffnen den Eingang an der Gegengeraden-Seite und freuen uns auf jede und jeden von euch! Neben Musik, einem kleinen Grill- und Getränkeangebot und der Chance, schon einmal mächtig Spaß in der Südkurve zu haben, wird es auch die Möglichkeit geben, sich nochmal richtig an den Vorbereitungen für das Spiel am Sonntag zu beteiligen. Wir wollen nicht alles im stillen Kämmerlein vorbereiten, sondern mit euch allen gemeinsam etwas auf die Beine stellen, um dem Spiel am Sonntag einen passenden Rahmen zu verpassen und zu einer Atmosphäre beizutragen, die uns tatsächlich einen Heimvorteil verschafft. Beteiligt sind Gruppen aus allen Ecken des Stadions. Bringt am Freitag neben guter Laune und Tatendrang vor allem alles an alten Zeitungen und sonstigem Konfettizeug mit, das ihr bis dahin in die Hände bekommt. Zusammen werden wir dann alles weitere vorbereiten, auch ein Erscheinen nach Abpfiff des Spiels der Amateure vs. Wedel macht absolut Sinn.
Die Derbyzeit bringt auch mit sich, dass der Konflikt zwischen den Fanlagern sich wieder etwas verschärft hat. Achtet daher an dem Tag ein bisschen auf euch und eure Sachen.
Unsere Herzen brennen vor Freude auf den größten aller möglichen Siege in dieser Saison!
Gemeinsam können wir alles schaffen!

Von den Worten zur Tat! Vom Traum zur Wirklichkeit!

Alle am Freitag ab 18 Uhr in die Südkurve!

 

*Hamburg, 26-07-2010

Fanladen in finanziellen Schwierigkeiten

 
Liebe St. Pauli-Fans,

leider ist der Fanladen in finanziellen Problemen.

In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.

Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:

Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
Diese Spenden dienen dem Fortbestand des Fanladens in seiner Form!

Wir wissen, dass das gerade in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich ist und freuen uns über Euren Support jetzt, aber auch in den letzten Jahren und in der Zukunft!

Nutzt Euren Fanladen!

Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!
Spenden bitte an:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli,
Kontonr. 1045210935,
Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550

Solltet ihr die Urkunde haben wollen, dann bitte eine Mail an:
fanladen@gmx.de mit Namen unter dem ihr gespendet habt.

Vielen Dank,
Euer Fanladen St. Pauli
(Carsten, Elin, Justus, Kolja und Stefan)

 

*Hamburg, 22.04.2010

Stellungnahme zur einseitigen Aufkündigung des Projektes “Ab in den Süden” durch das Präsidium

Am letzten Freitag, den 16. April, hat das Präsidium Vertretern des Fanladens in einem Gespräch mitgeteilt, dass das von Fanladen, USP und Verein gemeinsam betriebene Projekt „Ab in den Süden“ ab sofort beendet sei. Dies nehmen wir zur Kenntnis. Wir sind abermals erschrocken, wie das Präsidium mit dem Fanladen und den organisierten Fans unseres Vereins umgeht! Auf unseren Hinweis, dass es eine von allen Seiten unterzeichnete Absichtserklärung gibt und darüber hinaus eine von drei Parteien nicht mit am Tisch sitzt, wurde uns nur entgegnet, das sei nun eben so. Dies entspricht in keiner Weise unserer Auffassung von Dialog mit dem Fanladen und den Fans. Wir würden uns weiterhin wünschen, dass der Verein hier den konstruktiven Dialog zumindest mit dem Fanladen sucht! Einseitige Entscheidungen ohne Kompromissbereitschaft sind keine tragbare Grundlage beim FC St. Pauli.

Das Projekt „Ab in den Süden“ ist vom Fanladen gemeinsam mit USP konzipiert und ins Leben gerufen worden und wurde bisher in Partnerschaft und ständigem Austausch mit dem Verein betrieben. Der Fanladen begrüßte die Entwicklung besonders, da durch dieses Projekt endlich wieder vor allem jugendliche Fans, um die wir uns als Fanprojekt in erster Linie kümmern, die Möglichkeit bekamen, den FC St. Pauli für sich zu entdecken. Wir haben mit dem Konzept einen Rahmen geschaffen, in dem die für Jugendlichen relevanten Stadionbereiche nicht sofort wieder mit Dauerkarten ausverkauft sind. Wir werten den bisherigen Verlauf daher, vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklung der Südkurve zu einer richtigen Fankurve, als großen Erfolg. In der Vergangenheit hatten wir im Rahmen des Südkurvenkonzeptes bis zu 600 Karten für jedes Spiel für die Südkurve zur Verfügung, die wir an uns bekannte Fans, die vielen Fanclubs und Gäste aus dem In- und Ausland verkaufen konnten. Hier verfügt der Fanladen über erheblich mehr Nähe zur Basis als der Verein. Das Präsidium hat uns nun mitgeteilt, dass dieses Kartenkontingent erheblich eingeschränkt wird. Wir werden also viele Fans enttäuschen müssen, die nach Karten fragen. Uns drängt sich der Eindruck auf, als nutzten Teile des Präsidiums einen in Hinblick auf das Südkurvenkonzept nichtigen Anlass, um eine persönliche Abrechnung mit einer einzelnen Fangruppe zu betreiben.

Wir hoffen, dass der Verein zumindest die 600 Einzeltickets zu jedem Spiel beibehält, um weiterhin auch neuen Fans und Leuten ohne Dauerkarte die Möglichkeit zu lassen, die Spiele in der Fankurve zu erleben. Das Präsidium versucht aktuell, mehr und mehr Dinge, die bisher von Fans gestaltet werden konnten, zu beschneiden und behandelt die Fans und ihre Institutionen mit großer Respektlosigkeit. Wir fordern euch alle auf, euch in diese Diskussion einzumischen.

Fanladen St. Pauli und Ultrà Sankt Pauli

 

*Hamburg, 01.04.2010

Stellungnahme des Fanladen St. Pauli zu den Ereignissen vor dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Südkurve

Wir wollen als Fanladen St. Pauli, der Anlaufstelle für ALLE St. Pauli-Fans, zu einer Versachlichung der sehr emotionalisiert geführten Debatte beitragen und haben uns aufgrund dessen entschlossen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen.

Die Mitarbeiter des Fanladens waren während der Blockade vor allem rund um den „Fanladen-Kiosk“ tätig. Nach unserem Eindruck war es in diesem Bereich so, dass es zwar eng war, allerdings nicht enger als auf einer Stehplatztribüne selbst. Man konnte problemlos zurück zur Treppe gehen, wo sich eine räumliche Entspannung zeigte und kam mit etwas Mühe auch zur Mitte hin durch. Das einige Fans, wie etwa Kinder oder auch ältere Menschen diese Situation wesentlich unangenehmer deuteten, können wir absolut nachvollziehen. Wir wollen niemanden seine Gefühlslage absprechen, konnten aber die erwähnte Gefahr für Leib und Leben bei der Mehrheit der Fans nicht ausmachen.

Es kam zu vereinzelten Pöbeleien (vor allem direkt gegen USP), aber auch gegen Mitarbeiter des Fanladens. Über den Tonfall und die Art und Weise wie diese geäußert wurden, sind wir bis jetzt erstaunt und erschrocken, wir sind unter St. Pauli-Fans eine völlig andere, respektvollere Umgehensweise gewohnt. Rassistische und homophobe Pöbeleien disqualifizieren sich selbst, ebenso der Aufruf zum Denunziantentum, Faschismusvergleiche oder die Polizei einschalten zu wollen, wenn es darum geht UNSERE Probleme zu lösen.

Wir hatten den Protest-Flyer unterschrieben und finden den Protest für Fanrechte auch weiterhin angebracht und wichtig. Bei all dem Unmut darf dieses Thema keineswegs in Vergessenheit geraten. Die Umsetzung dieses Protestes muss aber intern aufgearbeitet werden. Da sind sowohl die Blockierer, die Pöbler, der Verein und auch wir als „vermittelnde Instanz“, sprich WIR ALLE gefordert. Niemand anders wird uns dieses Problem abnehmen. Diese Aufarbeitung muss ehrlich, ohne Vorbehalte, ergebnisoffen und direkt verlaufen. Eine Stigmatisierung über etwaige Medien ist unserer Ansicht wenig förderlich. Wir wollen auch niemand eine Meinung aufdrücken. Denn INHALTLICHE Kritik und Diskussionen sind gut und wichtig. Es wäre wünschenswert gewesen, dass diese Aufarbeitung von Beginn an intern läuft und man dann ggf. gemeinsam an die Öffentlichkeit geht. Dass jetzt schon Privilegienentzug und harte Konsequenzen öffentlich gefordert werden, bevor eine Stellungnahme vorliegt, finden wir befremdlich.

Zum Schluss möchten wir darauf hinweisen, dass wir die vielfach beschriebene Spaltung der Fanszene als Gefahr sehen. Wir hoffen inständig, dass es zu einem Prozess kommt, indem zielorientiert erarbeitet wird, wie es ein weiteres Zusammenspiel mit JEDER Art des St. Pauli Fan sein geben kann. Niemand hat unserer Ansicht das Recht zu selektieren, wer mehr und wer weniger St. Pauli Fan ist oder vermeintlich nicht hier hin gehört.

United we stand – divided we fall! Forza St. Pauli!

Euer Fanladen!

 

*Hamburg, 31.03.2010

Stellungnahme des FCSR zum letzten Heimspiel

Liebe offizielle Fanclubs,

nach den Ereignissen, die am Sonntag im Bereich der Südkurve passiert sind, sitzen wir nun zusammen und sind erschlagen von den Eindrücken, die wir dort teilweise persönlich miterlebt haben. Uns tut es leid, wie sich die Situation entwickelt hat.

Als wir 2008 uns zur Wahl des Sprecherrats gestellt haben, haben wir dies – neben der verwaltenden Tätigkeit – auch immer als Auftrag zur Einmischung gesehen. Wir wollten die Werte, die unseren FC Sankt Pauli seit nunmehr 25 Jahren ausmachen, wahren und weiterentwickeln. Wir wollten diesen “anderen Verein” mitgestalten und Missstände aufzeigen, so wie das der Fanclubsprecherrat seit seiner Gründung schon getan hat.

So wurde beispielsweise unter großer Anteilnahme der Millerntaler verhindert, der mögliche Verkauf des Stadionnamens gestoppt und auch als es um die neuen Anstoßzeiten ging wurden viele Proteste dagegen von Sankt Paulianern initiiert. Das waren und sind alles Dinge, die neben vielen anderen Selbstverständlichkeiten in der Tradition der Sankt Pauli-Fans liegen, die Ende der 80er-Jahre ihre Vorstellung von Fußball und einem Stadionbesuch durchsetzten und damit Vorbild für viele Fanszenen in Europa wurden und immer noch sind.

Für uns als euer Sprecherrat war es daher auch eine Selbstverständlichkeit gegen eine Aussperrung von Gästefans vorzugehen, da wir auch immer noch der Meinung sind, dass dies uns alle betrifft. Im Ständigen Fanausschuss – in welchem sich die aktiven Gruppen des FC Sankt Pauli regelmäßig treffen – wurden verschiedene Möglichkeiten dagegen vorzugehen erörtert. Die Gespräche, die mit dem Präsidium geführt wurden, haben sich mittlerweile leider als reine Zeitverschwendung hervorgetan.

Neben dem Fanladen, Ultrà Sankt Pauli und 18 offiziellen Fanclubs, haben wir – in eurem Namen – den Boykottflyer unterschrieben. Wir haben darauf dazu aufgerufen, Protestformen zu entwickeln und durchzuführen. Wie wir alle wissen wurden unter anderem am Sonntag die Eingänge blockiert und es entstand großer Unmut über die Art und Weise des Protestes.

Wir sehen uns euch gegenüber in der Pflicht, unsere Meinung zu den Vorkommnissen darzulegen. Wir sind der Meinung, dass die von den Blockierern gewählte Form des Protestes die richtige war, um auf die “offene Tür”, die alle Fußballfans betrifft, aufmerksam zu machen. Was wir allerdings bemängeln, ist die Durchführung und die mangelnde Kommunikation zum einen sowie das Verhalten zwischen den Blockierern und den restlichen Südkurvenbewohnern zum anderen. Man hätte im Vorfeld – und vor allem vor dem Stadion – schon darauf hinweisen und für Verständnis werben müssen, dass die Kurve für 5 Minuten blockiert wird. Das hätte dazu beigetragen, dass viel weniger Menschen sich im Umlauf aufhalten und vielleicht auch für mehr Solidarität unter den Fans gesorgt. Sicherlich hätte es auch noch andere Möglichkeiten gegeben, die Situation zu entspannen. Diesen Schuh müssen sich unserer Meinung nach alle – ob aktiv oder passiv mitgewirkt – an der Blockade Beteiligten anziehen.

Dass sich dann allerdings Sankt Paulianer mit Sankt Paulianern hauen und sich anspucken, ist außerhalb jeglicher Vorstellungskraft und ein nicht hinnehmbarer Zustand, der so nie wieder vorkommen darf. Was wir auch definitiv nicht akzeptieren sind homophobe und rassistische Sprüche. Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass am Millerntor andere Menschen als “Schwuchtel”, “Fotze”, “Nigger” und anderem bezeichnet werden dürfen, ohne dass dagegen vorgegangen wird. Auch hier sind wir wohl mittlerweile ein Verein wie jeder andere.

Es wurde der Solidaritätswillen der Fans auf der Südtribüne überschätzt und ein Bild nach außen getragen, welches faktisch am Millerntor so nicht (mehr) existiert: Ein von vielen getragener Protest gegen die Einschränkung von Fanrechten und der Zerstörung der Fankultur. Medial ist also ein Bild entstanden, das nur unter Zwang entstehen konnte. Das war politisch falsch. Die Auseinandersetzung mit der eigentlichen Problematik findet dadurch nicht mehr statt

In der nun sehr hitzig geführten Diskussion wird die alleinige Schuld Ultrà Sankt Pauli gegeben. Wir haben uns bewusst für die Bezeichnung “Blockierer” entschieden, da wir wissen, dass neben USPlern auch viele Mitglieder aus Fanclubs sich an der Blockade beteiligt haben. Wir wollen und können daher auch nicht akzeptieren, dass eine einzelne Fangruppe durchs “Dorf getrieben” wird.

no retreat!

Euer FCSR

 

*Hamburg, 24.03.2010

Stellungnahme des Ständigen Fan-Ausschuss FC St. Pauli

Am Montag dieser Woche fand auf Einladung des Präsidiums des FC St. Pauli ein Gespräch zwischen Vereinsführung und Vertretern der organisierten Fanszene statt. Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass die seit Wochen laufende Diskussion um dieses Thema und die vielfältigen Gegenargumente von Fanseite beim Präsidium keine Verhaltensänderung bewirkt haben. Die ursprünglich in Aussicht gestellten rechtlichen Schritte gegen die polizeiliche Verfügung zur Beschränkung des Gästekontingentes für die Fans von Hansa Rostock wird das Präsidium nicht einleiten.

Wir finden es sehr bedauerlich, gerade auch für die Mannschaft, dass das Verhalten des Präsidiums nun die sportlich wichtigen Wochen im Kampf um den Aufstieg überschattet. Dennoch steht für uns die grundsätzliche Frage der Einschränkung elementarer Fanrechte im Vordergrund. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Einschränkungen von Gästekontingenten eben keine seltenen Ausnahmen bleiben, wie das Präsidium gerne betont, sondern von Verband und Polizei zu einem immer leichter zu nutzenden Instrument gegen Fans aufgebaut werden. Gerade der FC St. Pauli, der sich öffentlich als "non established" vermarktet, darf sich nicht als Wegbereiter für den Ausschluss von Gästefans betätigen.

Wir fordern dazu auf, kreative Protestformen zu entwickeln, sich an geplanten Aktionen am Spieltag zu beteiligen und das Thema sowohl in die öffentliche als auch vereinsinterne Diskussion zu bringen.

Hamburg, 24.03.2010
Ständiger Fanausschuss des FC St. Pauli

 

* Hamburg, 22. März 2010

Stellungnahme des HSV-Fanprojektes und des St.Pauli-Fanladens zu Übergriffen von HSV-Fans auf St.Pauli-Fans

In den vergangenen Wochen und Monaten ist es wiederholt zu Überfällen von HSV-Fans auf St. Pauli-Fans gekommen. Dabei wurden St. Pauli-Fans zum Teil schwer verletzt und ihnen ihre Fanuntensilien (Schal, Mütze etc.) abgenommen. Ein erkennbarer Fußballzusammenhang bestand bei keinem der Überfälle, im Gegenteil: egal an welchem Ort und zu welcher Zeit war es für die an ihren Klamotten erkennbaren HSV-Fans „Provokation“ genug, wenn sich St. Paulianer offen zu ihrem Verein bekennen. Vergleichbare Vorfälle gab es ebenfalls von Seiten der St. Pauli-Fanszene auf HSVer. Dass sämtliche Mitarbeiter beider Projekte sowie die Verantwortlichen des HSV Supporters Club dieses Verhalten scharf verurteilen, versteht sich von selbst. Selbst im direkten Umfeld des HSV-Fanhauses (Sitz des HSV-Fanprojektes) ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Übergriffen, Angriffen und Pöbeleien von HSV-Fans gegen St.Pauli-Fans gekommen. Nach solchen Attacken haben sich beteiligte HSV-Fans ins Fanhaus zurückgezogen. Das ist für uns ebenfalls nicht hinnehmbar.

Das Fanhaus ist wie der Fanladen ein Ort, an dem die jeweilige Fanszene herzlich willkommen ist. Regeln besagen hier, dass weder in den Räumlichkeiten noch in dessen näherem Umfeld Gewalt- bzw. Straftaten begangen werden. Es soll gegnerischen Fans kein Grund gegeben werden, die Räumlichkeiten anzugreifen oder zu beschädigen, noch die Polizei veranlasst werden, Kontrollen oder Ermittlungen im Fanhaus und im Fanladen durchzuführen. Die beiden Einrichtungen sind für Fans geschützte Räume und sollen das auch bleiben.
Ebenfalls möchten wir darauf hinweisen, dass sowohl das HSV-Fanprojekt als auch der Fanladen St. Pauli beide den selben Träger ‚Jugend und Sport’ haben. Solltet ihr also ein Projekt schädigen, gefährdet ihr auch das Pendant des Stadtrivalen.

Außerdem fordern wir die Fans beider Lager auf, sich damit auseinander zu setzen, welchen Weg sie einschlagen wollen. Dass sich Menschen oder Gruppen wehren, wenn sie angegriffen werden, ist zumindest nachvollziehbar. Aber Fans, Fangruppen oder Unbeteiligte aus welchen Gründen auch immer zu attackieren und zu verletzen, ist absolut inakzeptabel. Wir sind sicher, die Mehrheit beider Fanszenen sieht das genau so. In diesem Sinne freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den Fangruppen.

Hamburg, März 2010
HSV-Fanprojekt und St.Pauli-Fanladen (Projekte im Verein Jugend und Sport)

 

* Hamburg, 17.03.2010

der ständige Fanausschuß zum Spiel gegen Hansa nimmt Stellung:

Stellungnahme des Ständigen Fanausschusses zur Reduzierung des Gästekartenkontingentes für das Spiel FC St. Pauli gegen Hansa Rostock

Wir als Ständiger Fanausschuss, dem Zusammenschluss aktiver Fangruppen des FC St. Pauli, nehmen zu den Vorgängen um die Entscheidung zur Reduzierung des Kartenkontingentes für die Anhänger des FC Hansa Rostock und die entsprechende Pressemitteilung des FC St. Pauli wie folgt Stellung:

Nachdem der Ständige Fanausschuss von einem Antrag des Präsidiums des FC St. Pauli an die DFL Kenntnis erlangt hat, keine bzw. hilfsweise 500 Gästefans aus Rostock zuzulassen, und diese Antragstellung von der DFL bestätigt wurde, kam es auf unsere Initiative hin zu einem Gespräch zwischen Vertretern der organisierten Fanszene und dem Präsidium des FC St. Pauli. In diesem Gespräch wurde fanseitig eindringlich auf die Türöffnerfunktion für künftiges restriktives Vorgehen bei der Kartenvergabe für Auswärtsspiele hingewiesen. Daraufhin wurde ein Kompromiss gefunden, welcher einen Dialog mit Vertretern von Hansa Rostock mit dem Ziel eines friedlichen Spieles bei gleichzeitiger Abkehr von einer Reduzierung des Gästekontingentes vorsah.

Dieses Gespräch fand am 9. März unter Beteiligung der Vereinsführungen, Fanprojekte sowie von Vertretern der Fans beider Vereine statt. Ergebnis des Gesprächs war ein von allen Beteiligten getragener Kompromiss, welcher neben konkreten Regelungen zur An- und Abreise u.a. ein Gästekontingent von 1.400 Karten vorsah. Explizit angekündigt wurde vom Präsidium des FC St. Pauli, mit juristischen Mitteln gegen einen drohenden Ausschluss der Gästefans vorzugehen.

Mit großer Verwunderung mussten wir am Montag zur Kenntnis nehmen, dass das Präsidium des FC St. Pauli von dieser gemeinsam getroffenen Entscheidung abgerückt ist und sich stattdessen in einem „einvernehmlichen Gespräch“ mit der Hamburger Polizeiführung auf eine abweichende Regelung geeinigt hat: Statt der gemeinsam vereinbarten 1.400 Gästekarten sollen nunmehr nur noch 500 Karten verkauft werden, und auch diese nur nach Vorlage eines Personaldokumentes. Es ist nicht hinnehmbar, dass auf Druck der Hamburger Polizei von der mit der eigenen Fanszene und Vertretern des FC Hansa Rostock gemeinsam getroffenen Vereinbarung abgewichen wird. Geradezu skandalös ist es, eine solche Regelung noch als „weitestgehend mögliche Wahrung von Fanrechten“ zu bezeichnen.

Wir fordern das Präsidium des FC St. Pauli auf, unverzüglich zur gemeinsam beschlossenen Linie zurückzukehren und alle erforderlichen Rechtsmittel gegen die polizeiliche Verfügung einlegen.
Andernfalls werden wir auf verschiedenen Wegen deutlich machen, dass wir diese massive Einschränkung elementarer Fanrechte nicht unwidersprochen hinnehmen.

Hamburg, 17.03.2010
Ständiger Fanausschuss des FC St. Pauli

 

 

 

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der fanclubsprecherrat: