Kapitel 7:   so Situationen

Es ist ganz sicher kein Geheimnis: im Hotel wird kopuliert. Oder wenigstens (Entschuldigen Sie den Wortwitz) steht einem der Sinn danach. Und oftmals ist der Wunsch auch nur der Vater des Gedanken. Doch hin und wieder … Sie wissen schon.

Ob es jetzt an Hamburg liegt oder an der Einsamkeit in fremden Betten schlafen zu müssen, irgendwo fern der Familie, ich weiß es nicht. Wohl aber weiß ich, dass nicht nur gewisse Etablissements aufgesucht werden, es wird hin und wieder der Hausbesuch gewünscht. JedeR wie er/sie will. Nur vermitteln wir nichts und niemanden. Ist aber auch kein Problem. Durch Internet, Zeitungen usw. erwartet auch niemand mehr, dass man als Vermittler auftritt.

Aber verrückte Dinge sind dennoch schon passiert. So bekam ich beinahe eine Anzeige. Was war passiert? Ein Gast hat sich, sicher aus der bunten Tagespresse, eine Begleitung ins Hotel bestellt. Irgendwas lief da wohl schief, und der Gast bekam von einem Herrn, welcher wohl der Freund der Begleitung war, auf die Fresse. Passiert, denke ich mir. Dann sollte ich die Polizei rufen, gesagt, getan. Und wen zeigt der Gast bei der Polizei an? Mich! Ich würde mit der Begleitung unter einer Decke stecken und hätte den Freund angerufen um dem Gast aufs Maul zu hauen. Ich sage hier die Wahrheit, kein scheiß, aber ich habe noch nie eine Begleitung für einen Gast angefordert oder was auch immer. Die einzige Hilfe, die ich ab und an gebe, ist auf St. Pauli zu verweisen und wie man am Besten hinkommt. Und dann zeigt der Wichser mich an. Natürlich stellte sich sehr schnell heraus, dass nichts an seiner Story stimmig war und ich somit entlastet. Aber einen derben Spruch hat er sich dann doch noch einfangen müssen. Und dafür gab es dann auch beinahe eine Anzeige.

Auch passiert ist, dass ein Gast sich eine Begleitung bestellt hat. Sie erscheint hier. Sie geht auf sein Zimmer. Und kommt 3 Minuten später an die Rezeption, sichtlich bedröppelt, und verkündet, dass sie den Gast geweckt habe, er gar keine Begleitung gebucht habe und sie wohl im falschen Hotel gelandet ist. Was will man da noch sagen? Doch durch die Rufnummernrückwertssuche dann noch das richtige Hotel gefunden. Und beide waren wohl am Ende zufrieden. Naja, man wird es wohl nie erfahren.

Das Modell, der Chef reist mit der Angestellten, bucht zwei getrennte Zimmer und übernachten doch nur in einem ... sicher schon vorgekommen. Wohl aber heute so selten, weil die Angestellten eben nicht mehr die blöden Zierpuppen sind sondern weil es dem Chef dann Schlagartig zwischen den Beinen geklingelt hätte. Und auch die Flugbegleiterinnen sind nicht mehr als Ware unterwegs und der Pilot überlegt es sich sicher zwei mal, bevor er wegen sexueller Belästigung Stress bekommt. Wobei in beiden Fällen es dennoch vorkommen kann, dass da eine Beziehung/Ehe daraus entwächst. Dies will ich nicht einmal bezweifeln.

Heute, in Zeiten mobilen Internets, Laptops usw. ist man auf das Pay-TV nicht mehr angewiesen. Das war früher anders. Je nachdem welche Gäste anreisen, mussten entweder die ganzen Pay-TV Kanäle gesperrt werden (gerade bei Teenagern) oder man musste schon beim check in vom Gast die Kreditkarte belasten, nur damit es beim check out keinen Stress gibt. Und doch, Du kannst es Dir sicher vorstellen, kam es hin und wieder zum Stress. Nach dem Motto: "aber ich habe doch nur 3 Minuten reingezappt.". Als ob 3 Minuten nicht ausreichen würden ... :-). Oder auch: "... da muss ich wohl nachts auf der Fernbedienung eingeschlafen sein und dann ist es zu diesen Sendern gezappt.". Ja, nee, is klar. Und der bucklige Rücken hat dann auch die Zimmernummer als Bestätigung/Freischaltung eingegeben. Am Morgen dann immer beim Check out das Rumgelabere, so anstrengend. Eine Option war dann immer, dass man zwei Rechnungen ausstellt, mit dem Pay-TV seperat als Nebenkosten (bei uns war es als Mediaservice deklariert) und auch gerne getrennte Zahlungen, eben nicht auf Firmen Kreditkarte, somit cash oder mit der privaten ec-Karte. Und nein, es liefen nicht nur die neusten Kinofilme im Pay-TV. Aber es gab auch coole Gäste, denen war es völlig egal. Auch wenn mehrere Kollegen mit beim Check out waren. Sie haben es genutzt, gezahlt und basta.

Herr Jens

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