11
No
es gibt ja so tage ...
11.11.2016 20:15

... da weißt du schon, kurz nach dem aufstehen, daß man am besten hätte im bett bleiben sollen. die ganze nacht klopfte der regen an mein fenster. der wind rief ständig meinen namen: shogun, shogun! du siehst auf die uhr, es ist 9 uhr und noch immer regnet es.

aber nicht mit mir! ich laß mir doch nicht den tag vom wetter diktieren. naja, wenn ein taifun im anflug ist, vielleicht. aber wegen des regens mache ich mich nicht verrückt. kurz meinen schwarzen toast gegessen, rasieren & duschen und dann noch etwas das internet abgegrast und schon konnte es losgehen.

ich habe mich kurz nach dem mittag mit einem kollegen aus dem riddle getroffen, und wir sind erst mal onigiri essen gegangen. onigiri? onigiri kannte ich bisher nur als snack aus dem supermarkt, wenn man mal fix was zu essen braucht. kleine gefüllte reisdreiecke mit einem noriblatt umwickelt und aus dem kühlregal. aber heute machte ich die entdeckung, daß man es auch als vollwertige mahlzeit essen kann. denn es ... schau doch mal selbst, an dem laden bin ich schon sehr oft vorbei gelaufen. dachte immer, es wäre noch ein ramenshop oder eine sushibar. doch weit gefehlt. die leute standen draussen schlange, und dies bei diesem wetter.

da muß es gut sein. war es auch. zum einen konnte man nun genau sehen wie sie was zubereitet hat. so schnell, so akkurat, hammer. dann waren die onigiris fast doppelt so groß wie im supermarkt. gefüllt wurden sie auf wunsch. und da ist die auswahl extrem groß. ich aß also ein onigiri mit wachsweich gegarten wachteleiern. das andere mit fischeiern in einer würzigen sauce. und was noch so toll an den onigiris war? sie waren richtig warm, weil frisch zubereitet und der reis aus dem reiskocher direkt rausgenommen wurde. und es war eben nicht so gepresst wie die dinger aus dem supermarkt, ganz locker luftig, daß hier und da ein reiskorn rausfiel. schon wieder machte ich eine absolute entdeckung. wie gesagt, onigiris kannte ich schon. aber nicht so in dieser art und weise. dazu gab es miso suppe und grünen tee. das angebot mit zwei onigiris, dazu miso supper und tee, für gerade mal 570 ¥. kein wunder daß der laden brummte wie bolle.

so gestärkt und gut durchgewärmt ging es dann zur toden arakawa linie, einer straßenbahn. schön hierbei ist, daß es eigentlich sehr viele alte menschen nutzen. dementsprechend ist die werbung in der straßenbahn. eher so granufink und heizdeckenzeugs, creme und pillen. wo hingegen bei anderen linien das ganze moderne zeugs beworben wird. ich bin mir noch nicht sicher, welche werbung mich im moment mehr anspricht :-D. wir fuhren bis zur endhaltestelle nach minowabashi, was in arakawa ist.

dort sind wir richtung eines weihnachtsmarktes. so jedenfalls dachte ich. die erklärung weihnachtsmarktes diente aber nur dazu um mir klar zu machen, wie es dort sein würde. abgesperrte straßen, viele kleine buden und stände. und auch hier war ich wieder beeindruckt. zum einen war dies ein tempel festival. 1. tag zeremonien, 2. tag (also heute) die ganzen menschen, die am tempel ihre gebete abhielten und um allerei dinge gebeten haben. dazu eben diese ganzen stände und buden, 3. tag flaut es dann alles ab und wird wieder abgebaut. und dies auf einer fläche so groß wie das heiligengeist feld.

und neben dem gebet am tempel, dem kauf von dingen die glück bringen und alles was so mit dem seelenheil verbunden ist, gab es für mich wieder wahnsinnig vieles zu sehen und zu probieren. alles aufzuzählen würde den text hier immens verlängern. nur so viel ... frische noch lebende shrimps, langusten, muscheln, fische usw. schwamen in basins um dann lecker auf dem offenen feuer zubereitet zu werden. dazu aber auch wieder bratwürste am spieß, gegrillt. takoyaki mit richtig großen oktupus stücken, daß sie sogar aus den takoyaki rausragten.

natürlich gab es auch süße sachen, frisch zubereitet. aber da bin ich eher nicht rangegangen. doch ich muß sagen, schon von den düften an diesen ständen, mir ist das wasser im mund zusammengelaufen. einfach köstlich. und dies alles um tempel und schreine herum. echt stark.

dann sind wir noch zu einem großen tempel, dort noch ein paar bilder gemacht und so langsam den abend willkommen geheißen. will sagen, wir wurden müde :-D.

dann über uenno wieder richtung otsuka, dann ins riddle und erst mal einen kaffee. willkommen daheim. würde ich meine schuhe ausziehen, es wäre tatsächlich so. und es gab kaffee für mich und ... schau selbst :-D.

daheim gab es noch zwei bier, etwas internet und dann war es auch schon mitternacht.

jens

shinagawa aquarium
ziege = schwein?

Datenschutzerklärung