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Tag 5, Yacht Race
08.11.2013 02:37

der fünte tag.

Nightlife oder Neid Life?

Die Fußballberichte konntest du ja in einen der Kiezkieker  nachlesen, damit will ich dich auch nicht langweilen. Lieber etwas übers Nightlife hier in Tel Aviv oder etwas über die Dinge die ich hier so mache. Sonne, Strand und ein paar Bier.

Du kennst Work 'n' Travel? Kenne ja so einige ehemalige Kollegen, die es gemacht haben. Und eigentlich schwebt mir so etwas in der Art schon lange vor. Damit wäre ich wohl der weltälteste W'n'Tler. Und dabei bräuchte ich ja nur mal zu schauen, ob es ein Hoteltransferprogramm gibt. Wozu hat man der Hauptquartier in Tel Aviv? Naja, ist ja nur so eine Idee.

Wie dem auch sei, das Wetter ist ansteckend, ich habe ein sonniges Gemüt. Lächle, fühle mich gut. Und wie schrieb ich doch immer: „uns Deutschen geht es doch nur gut, wenn es uns schlecht geht, dann haben wir wenigstens was zum meckern.“. Wie soll ich nur damit umgehen, dass ich nichts zu meckern habe? Fühle ich mich jetzt schlecht? Man könnte meinen.

Gestern war hier Regatta, Yacht Race 2013 Tel Aviv.  

Und dies direkt vor meiner Haustür. Lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Und so habe ich einigen Booten, aber auch Surfern und Leuten auf Boards gesehen, die sich per Paddel davon machten. Und immer mehr kam die Sonne raus. Wirkliche viele Boote waren da unterwegs. Unter einer Yacht stelle ich mir jetzt zwar was anderes vor, aber Boat Race klingt irgendwie nicht so prickelnd. Zuschauen und so vor sich hin sinnieren. Gibt es einen besseren Zeitvertreib? Mal davon abgesehen, dass man es auch gerne mit einem Bier in der Hand machen kann. Doch für mich zu früh, zu warm. Ich kenne mich ja. Daher, warten bis zum Sonnenuntergang. Klasse Bilder sind dabei entstanden.

Schön am Strand etwas gegessen. Überhaupt, das Essen ist echt Super. Auswahl ist riesig, frisch alle mal. Und durch die verschiedenen Gewürze und Kräuter immer ein neuer Geschmack. Natürlich ist das Essen geprägt von den Speisegesetzen. Und da ich eh für neues immer zu haben bin, probiere ich natürlich alles mal aus. Aber vom Glauben abgefallen bin ich, als ich dieses sah:

da mag ich doch lieber die mobilität für bis zu drei personen.

ein bayrisches Restaurant, mit dazugehöriger Musik und einen Typen der mich auf deutsch ansprach und in Lederhosen herumlief. Was ich davon halten soll? Kopfschütteln war angesagt. Und im Supermarkt kann man Weißbier kaufen. Noch Fragen offen?

Erst mal weiter im Text. Durch das gute Essen und auch leckeren Getränken ist es so, dass hier wirklich jedeR auf den Beinen ist. Klar, Nightlife. Aber die Leute joggen hier die ganze Nacht, fahren Fahrrad, sind ständig in Bewegung. Natürlich auch mit Rollern, Bikes und sogar Skateboards mit Motoren. Was es nicht alles gibt. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Und immer mal wieder am Strand gewesen. Wasser ist sauber, klar, warm. Strand wird immer gecheckt, ggf. Müll weggeräumt. Und der Sonnenuntergang … haste sicher auch schon mal erlebt. Da fange selbst ich das Träumen an.

Und so etwas kann man jeden Abend erleben. Aber ich glaube, dann würde es auch zu viel werden. Und man hat ja noch ein paar Dinge zu erledigen. Du weißt schon, das Bier nach Sonnenuntergang. Und wann geht zZ die Sonne unter? Genau, gegen halb fünf am Nachmittag. Es ist göttliche Fügung. Muss es sein.

Was auffällt ist, dass es hier sehr multikulturell strukturiert ist. Viele Afrikaner, welche damals im „Projekt Moses“ aus Äthiopien ausgeflogen wurden, wo sie einige Jahrhunderte in der Diaspora lebten und heute ganz normal integriert sind und hier leben und arbeiten. Sehr viele Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, dort wurden Juden leider auch schon Jahrhunderte verfolgt und sahen sich Pogromen ausgesetzt. Und erst durch den Zerfall der Sowjetunion konnten sehr viele auswandern, auch wenn die jahrelang ihren Glauben nicht praktizieren konnten/durften. Viele Speisekarten, auch TV Programme, Beschriftungen sind in russisch gehalten. Und was auffällt ist, dass die Menschen immer zwischen Englisch und Hebräisch wechseln, im Gespräch und mit ein und der selben Person. So als wenn man als Sachse versucht etwas auf Hochdeutsch zu sagen, nur um es besonders zu betonen. Englisch ist neben Hebrew die Hauptsprache. Gefolgt von russisch. Und ja, auch deutsch spricht man. Und natürlich wird auch arabisch gesprochen. Es ist kein Widerspruch. Der Staat Israel besteht aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen. In wie weit nun untereinander umgegangen wird, dies kann ich nur erahnen, mir aber kein Urteil bilden/erlauben. Dafür müsste man wirklich länger vor Ort sein und sich ausführlich damit beschäftigen.

Abends geht’s zum Essen. Gerne auch mit Bier. Die üblichen Sorten wie Heineken und Carlsberg sind vertreten. Aber auch Weißbier, auch vom Fass. Und natürlich das einheimische Bier: Maccabee Beer, ein Bier Pilsener Brauart. Goldstar, ein Lagerbier. Und ein paar mehr.

Man kommt sehr schnell mit den Menschen hier in Kontakt. Und vielleicht erwartet man es ja irgendwie, dass es Ressentiments gegenüber Deutschen gibt. Doch dies habe ich hier keinesfalls erlebt. Eher neugierig waren die Menschen auf mich geworden. Was ich hier mache, wie lange ich bleibe, was mich interessiert. Sehr freundlich und hilfsbereit. Und dies bleibt beim abendlichen Bier trinken auch nicht aus. Aber dies hatte ich schon mal erwähnt.

Und immer wieder zieht es einem zum Meer  

Und noch mal auf den Gedanken zurückzukommen, ein Austauschprogramm zu organisieren und selbst daran teilzunehmen … es wird immer reizvoller für mich. Und oder gerade, weil es eben nicht nur Urlaub wäre sondern vielleicht für ein Jahr im gleichen Business in der gleichen Firma zu arbeiten. Und einen Fußballverein hätte ich hier auch schon :-P.

und hier ein paar bilder vom yacht race 2013

Herr Jens

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