07
No
i am ボーダレス verliebt
07.11.2018 14:21

ich bin sonst nicht so. überschwengliches abfeiern oder alles in höchsten tönen loben, dass bin ich nicht. und doch komm ich nicht umhin hier von einem superlativ zu schreiben. ich könnte die steigerungsformen aufzählen, und selbst bei drei seiten hätte ich nicht mal ein zehntel davon aufgeschrieben. jetzt bin ich das vierte mal in japan. und auch wenn ich es, zurecht übrigens, derbe abfeiere, ja liebe, ist es so, dass ich bis gestern noch nichts dergleichen erlebt habe. man kann sagen:

i am ボーダレス verliebt.

ボーダレス = grenzenlos. und so heißt auch das projekt. borderless.teamlab.art.

darauf gekommen bin ich durch wanderweib. zweite hälfte dieses jahres sah ich auf ihrem blog, dass sie das neueröffnete borderless besucht hatte. die ankündigung sah ich irgendwann mal im internet, konnte mir aber nichts gross darunter vorstellen. doch tessa besuchte die ausstellung und da dachte ich mir, da will ich auch hin. und nebenher, wenn ich mal nicht weiß was ich machen soll oder kann, vielleicht mal der antrieb fehlt, dann schaue ich zu wanderweib und schon habe ich neue ideen und pläne für den tag. aber dies hatte ich vor jahren auch schon geschrieben. ich wiederhole mich.

wenn das wetter, siehe gestern, dienstag, mal nicht so prall ist, dann lohnt sich ein besuch von borderless. ich habe schon vor ein paar tagen mein ticket online bestellt und gezahlt. und siehe da, heute (ich schreibe heute, obwohl ich den bericht erst einen tag später schreibe, nur um der verwirrung einhalt zu gebieten) war regenwetter angesagt. nicht dass ich auf den wetterbericht geschaut hätte, aber am wochenende wollte ich nicht hin, da wohl zu viele menschen zu erwarten gewesen wären und am montag auch nicht, da ich sicher noch müde vom sonntagsfussball wäre, wenn ich bis in die puppen die spiele sehe. und so habe ich eben für dienstag gebucht und habe 3,500 ¥ = 27,07 € gezahlt.

als ich nach knapp 5 stunden wieder raus kam, da regnete es in strömen. und jetzt, mittwoch, scheint die sonne. wie du siehst, alles richtig gemacht.

also, von shimbashi mit der yurikamome bis haltestelle 10, aomi station. nummer 9 ist übrigens telecom center. dort ist zum einen das miraikan und dann auch der onsen. von beiden hatte ich dir schon berichtet. diesmal also eine weiter, dann durch die "hallen" von toyota, (hier könnte man wohl auch einen ganzen tag verbringen) bis unters riesenrad. und da ist er endlich, der eingang zum mori building digital art museum.

man kann, nein man sollte seine sachen im schließfach aufbewahren. je weniger du mit hinein nimmst, desto besser. ein weißes shirt (und gut ist, dir sachen zum wechseln mitzunehmen, da es dort auch mal sehr warm werden kann) und ggf eine helle hose wären von vorteil. und du solltest ggf wasser mit dir mitführen oder dir an den automaten immer mal wieder was zu trinken kaufen. vor allem aber solltest du zeit mitbringen, eine verdammt gute kamera und dich auf illusionen einlassen.

als ich rein kam sah ich zuerst nur ...

und da ging dann gleich eine treppe nach oben zum atlethics forest. gleich dort war ein ca 15x10m art trampolin, wo man durchs weltall springen konnte. natürlich sehr beliebt bei den kindern. aber auch erwachsene nutzten ihre chance.

und gleich weiter ging es dann in eine art berg & tal welt, wo man einiges erkunden konnte. man muss bedenken, dass die figuren, tiere usw, alles auf berührungen, auf bewegungen reagieren. tippt man irgendwo an, tritt man auf etwas, verändert sich die umgebung und man kann sehen wie alles entfleucht.

dann kommt man an großen ballons vorbei, oder besser, man geht durch die ansammlung hindurch, welche sich immer farblich verändern.

und man geht auf matten, in einigen bereichen ist es so. und immer läuft musik. bin ich sonst kein fan von dauerberieselung und teilweiser lauter musik, gehört dies hier zum konzept und man, also ich, empfinde es nicht als störend sondern nehme es als einen dazugehörigen teil wahr. und jeder bereich hat seinen eigenen musikkanal, wenn man so will. halt immer auf das bestimmte thema abgestimmt.

im atlethics forest kann man sich ein wenig selbst beteiligen. so auch an den stangen, welche durch farbliche gnubbel behaftet sind, die sich, und so ist das konzept hier, wenn man sie berührt farblich ändern und verschiedene töne von sich geben. und man klettert, ähnlich wie bouldern, nur eben an stangen und nur mäßig hoch, dafür eben quer durch ein wald aus stangen.

je nach perspektive, sieht es natürlich nicht so gerade aus. habe es nur darauf angelegt. da man mal sehen kann, welche höhe und strecke man durchlaufen kann. und wenn man einmal diagonal klettert, dann ist es natürlich um einiges länger. und im bilderlink sind dann auch ein paar bilder, wie man sieht, wie andere an den stangen sich mühen.

dann gibt es auch noch so klettergedöns, wo man sich an seilen festhalten muss und unten sind bewegliche bretter, die sich, weil man ja nicht alleine auf dem platz ist, sich so in ihrer ausrichtung ändern, dann man am anfang nie weiß, wo man am ende der strecke landet.

für kinder ist natürlich auch einiges da, zumal sie bei einigen sachen einfach nicht mitmachen können/dürfen, auf grund des alters und der körpergröße. aber spaß haben sie dennoch.

und man konnte dann selbst bilder malen, wobei die grundrisse vorgegeben waren, nur eben ausmalen, und sie dann mit umher "fliegenden" vorlagen vergleichen konnte. und man konnte sich also mit seinem bild von den eltern knipsen lassen. aber man musste schnell sein, denn die orginale machten alsbald die fliege, wenn man sich ihnen zu sehr näherte. ach ja, und nicht nur kinder malten hier, dies war für klein und groß ein spaß.

nach über einer stunde war ich also durch den atlethics forest durch und dachte dann, wieso sollte man länger dort bleiben? ehrlich, vier-sechs stunden blieben viele, wie ich gelesen habe, doch wozu? kam ich doch wieder an den ausgangspunkt.

ich war ja so dumm. und ich hätte mich, wenn ich tatsächlich rausgegangen wäre und es im nachhinein herausgefunden hätte, dass es da noch so viel mehr gegeben hätte, was ich hätte sehen wollen, nein müssen, ich hätte mich derbe in den arsch gebissen. wie gesagt, ich war ja so dumm.

hier, in diesen roten, mit blumen und schmetterlingen verzauberten wald, wenn man so will, waren immer kleine aussparungen, hinter vorhängen versteckt, und weil die lichtillusionen die ganzen räume ausleuchteten, sah man sie anfangs gar nicht. und so gab es zB einen großen raum mit von der decke hängenden led strängen, die sich zu einem gesamtkunstwerk austobten.

bei den videos einfach mal den ton leiser stellen, denn es wurde ja nicht professionell sondern von mir und meiner kamera aufgenommen. gilt für alle videos :-D

es war auch alles verspiegelt, wie in so vielen räumen/hallen, seitlich und auch am boden.

war auch verdammt hoch. und es lief musik und durch das farbliche spiel der led ketten gab es dann auch tolle bilder. naja, bis auf dieses hier:

dann gab es einen raum, nur mit strahlern wurde da performt. musik zwischen techno und jean-michel jarre, welchen ich schon als 10jähriger junge gehört habe. kam 1976 raus, oxygene. war da also schon 2 jahre alt, das stück/LP.

und auch hier, die spiegel aufm boden, so dass man es doppelt sah und dann auch mit farblichem spiel. richtig gut gemacht.

und nein, da steht niemand aufm kopf.

es gab, siehe bilderlink, einen raum, da waren wie bilderahmen. dort entwickelte sich aus aus einem gekacheltem bild in pixeln eine darstellung zB einer raubkatze im dschungel. erst ganz langsam, pixel für pixel, dann zu einem gesamtbild, welches dann, ähnlich wie ein mandala, dann wieder in nichts aufgelöst wurde.

wieder gab es einen raum, da sah es so aus, als wenn man in einem meer voll hoher wellen badet.

auch gab es einen raum, oder eher halle, da musste man in ein netz, welches wie ein vogelnest in der höhe auf einem baum war. auf wackligem netz musste man das vogelnest erreichen, dann legte man sich auf den rücken, musik und bilder taten ein übriges. und wenn sich jemand zu sehr bewegte, dann wackelte das ganze vogelnest und ... zum glück hielt das netz. denn es ging schon einiges nach unten. und rund herum die projizierten bilder. hammer.

toll war auch die halle, wo verschiedene landschaften dargestellt wurden, und wenn man helle klamotten anhatte, man in dieser landschaft aufging.

ach ja, erkennst du hier jemand genau?

und natürlich war auch ein highlight, der verspiegelte raum mit den sich farblich veränderten lampen.

und auch eine art seerosenteich war vorhanden. man konnte dort durchwandern und auch hier, musik und immer wieder sich veränderte farben.

alles in allem war ich knapp 5 stunden da drinnen. vielleicht wären es noch mehr geworden, wenn ich mich noch mehr auf entdeckung gemacht hätte. aber auch so, und ich bin froh drüber, dass ich tatsächlich nicht nach einer stunde schon gegangen bin, weil ich dachte, es wäre mit dem athletics forest getan, habe ich eine menge gesehen. vieles konnte ich nicht mal mit der kamera aufnehmen, wegen der lichtverhältnisse und eben wegen der kamera. aber manche sachen muss man auch nicht aufnehmen. man sollte es selbst gesehen haben.

vielleicht gehe ich dieses jahr noch mal hin. vielleicht aber erst im nächsten jahr :-D. man weiß es nicht genau. aber was ich ganz gewiss sagen kann, ist, dass sich ein besuch, alleine, mit freunden, mit familie, ja auch mit kleinen kindern, auf jeden fall lohnt. es ist echt derbe beeindruckend und kann nur jedem nur diese ausstellung ans herz legen. dies, und da lege ich mich mal dermaßen fest, ist tokios neues highlight. muss man gesehen haben! basta!

auf dieser seite gibt es natürlich auch ein paar videos, welche auch hier wieder natürlich, um einiges besser sind als meine. aber wen juckt es schon?

jens

tokyo drift ...
venom, in 4D

Datenschutzerklärung