nine Days in LE

Wenn man ein paar Guttage hat, die Wochenenden dazu und der G20 vor der Tür steht, dann sucht man, also ich, das Weite. Und so stand der Planung nichts im Wege. Ich hatte kurz Jasper, Alberta im Auge, aber dann wieder verworfen. Da ich wußte, daß meine Eltern zu diesem Zeitpunkt eine Kreuzfahrt machen wollten, wollte ich in den Harz oder Thüringer Wald. Und dann doch alles über den Haufen geworfen und ab gings nach LE.

Der liebe Gott hat ja nach Gruppen- und/oder Familienreisen, auch das Alleinreisen erfunden. Und da es die Concorde nicht mehr gibt, war es dann doch eine etwas längere Anreise. Nach dem Nachtdienst gings los. Ich dachte, ja hoffte, daß ich dann mal unterwegs gemütlich schlafen könnte, aber nix da. Das Alleinreisen wurde durch Mitreisen(de) gestört. Und kleiner Tipp, sprich niemanden an und frage wohin die Reise geht. Es kann ewig sein, daß Ruhe einkehrt. Und so bin ich völlig müde und mit blutenden Ohren angekommen.

Kaffee trinken, quatschen, auspacken und dann essen. Das erste Bier am Hals und dann noch eins. Müde und dennoch irgendwie zeitig ins Bett gefallen.

Am Sonntag morgen dann in die Kirche in der ich getauft wurde und meine Firmung erhielt. Manche Sachen ändern sich nie, zum Glück, wie ich feststellen darf. Und manche Leute werden einfach nicht älter. Und dann wieder heim. Nach dem Mittagessen wollte ich eingentlich ein kleines Schläfenchen machen um dann zur Oper zu wackeln. Wagners "Götterdämmerung" aus dem Ring der Niebelungen. Doch ich habe es verschlafen. Ja, ich weiß: Kulturbanause. Aber hee, die Oper hört ja nicht auf zu spielen.

Abends Essen und Trinken in gewohnter Manier und sogar mal das Internet bemüht. Schlafen.

Montag ausgiebig gefrühstückt und dann die Kamera und reichlich Wasser geschnappt. Heute gehts in die Natur. War klar, daß es wohl einer der heißesten und sonnigsten Tage werden würde, bei meinem Glück. Und dann bin ich losgelaufen. Mein Ziel? Der Hafen von LE. Schön durch den Park, durch eine Kleingartenanlage zum Hafen. Die Speicherhäuser sah man schon. Und doch alles recht zugewachsen. Aber dies war es eigentlich auch schon zu Kinder- & Jugendtagen. Ein Hafen in LE, an dem noch kein Schiff angelandet ist geschweige denn die Ladung gelöscht wurde. Und dabei gibt es reichlich Wasser. Zufahrtswege. Und dort sind wir auch mit unseren Fahrrädern über Stock und Stein, über die Berg- und Talbahn. Wenn es damals schon Mountainbikes gegeben hätte, man hätte es wohl Mountain biking genannt. So waren es normale Räder und dann öfters mal eine 8 im Rad, oder eine 16 :-D. Nicht selten gabs ein Crash. Und manche Bäume gaben auch irgendwie nicht nach. Ein zwei Knochenbrücke hat es dann wohl auch gegeben.

Und dann bin ich gelaufen, erst an den Speicherhäusern entlang, da haben wir als Kinder sogar Floße gebastelt und sind dort rumgepaddelt und natürlich immer wieder ins Wasser gefallen. Ist doch klar.

Bin dann auf der anderen Seite entlang, dem Elster-Saale-Kanal und habe dort Meter um Meter geschruppt. Irgendwann mal über eine Brücke und auf der anderen Seite vom Kanal wieder zurück. Da sah ich dann folgendes Bild und ...

 Wasserwirtschaft Magdeburg.

So langsam, und wie gesagt, die Sonne schien wie Bolle und es war derbe warm, machten sich auch meine Füße bemerkbar. Egal, weiter gehts. Und, siehe Bilderlink, es ist zwar in der Stadt, aber doch irgendwie ganz weit weg. Richtig schöne grüne Natur. Und dann, bei den Schönauer Lachen entlang. Dort gibt es seltene Vögel und auch für die Angler ist es ein guter Ort. Da ist dann auch die Kiesgrube.

Als ich also dort entlanglief, konnte ich es fast nicht mehr erkennen. Sind ja nun auch gute 30 Jahre her, als ich zum letzten Mal dort war. Auf der rechten Seite war eine Müllkippe, wenn auch damals schon nicht mehr offiziell in Gebrauch. Gräser und Sträucher wuchsen da schon etwas, aber nichts was man hätte groß bemerken wollen. Links der Grube waren Bagger und eine kleine Lorenbahn, die den Kies abtransportiert hatte. Und heute? Die Natur hat sich so viel wieder zurück geholt. Alles grün, zugewachsen. Die Angler holen dort ihre Fische raus. Früher haben die Sowjets ihre Panzer darin gewaschen und wir haben uns beim Baden über die bunte Wasseroberfläche gefreut :-D. Ich hatte es mal im DEDW8 recht gut beschrieben. Auch wie wir zum UFO Landeplatz gegangen sind. Lies mal nach, Du wirst überrascht sein. Wie gesagt, heute alles zugewachsen, das Wasser richtig klar, eine Ruhe die schon hörbar ist und Erinnerungen, die wieder wachgerufen wurden.

Und so bin ich dann dennoch irgendwann wieder zurück. Das Wasser war leer, die Füße schmerzten und die Klamotten klebten am Wanst. Zum Glück hatte ich Sonnencreme 50+ gekauft, aber in der Bude vergessen. Doch der Fischerhut hat mir sehr geholfen.

 

und hier die Bilder vom Hafen und so weiter.

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Nach gutem Essen und leckerem Bier, schlief ich dann doch recht zeitig im Sessel ein und wechselte dann mal ins noch gemütlichere Bett. Und kurz nach sieben wurde Frühstück serviert. Kurz nach sieben, am Morgen? Aber ja doch. Du weißt schon, die Sache mit dem frühen Vogel und dem Wurm. Und weil ich abends eh bei zeiten geschlafen habe ... Du kennst es.

Das Rasieren habe ich mal sein lassen, denn trotz Fischerhut, die Kopfhaut war auch leicht gerötet. Und ich will ja auch keine Schmerzen. So bin ich nämlich nicht drauf. Dann also Duschen. Kamera und Wasser geschnappt und auf den Weg nach Downtown LE gemacht. Mein erstes Ziel war der Uni Riese. Und nach Toyko 2016, sollte dies wohl kein Problem sein. War es dann auch nicht. Aber so richtig happy war ich jetzt nicht wirklich. Aber aushaltbar. Und bei schönstem Wetter hat man natürlich einen tollen Ausblick über die Stadt. Und wie grün LE ist, sieht man da noch mehr. Egal ob Rosental, Auenwald und die vielen Parks. Denkt man so nicht, wenn man alles nur ebenerdig erkundet. Bilder gemacht und dann wieder runter.

Und ich begab mich auf Touristenpfade. Du weißt schon: Goethe, Schiller, Bach und all die Anderen. Also hin zum alten Rathaus, die alte Börse, mit Goethe davor. Auerbachs Keller. Kennst Du. Und die Geschichte mit Faust, dies war Dir ja klar. Andere Touristen wurden durch einen Guide geführt und ich hörte es mir auch mit an. Die Leute machten Bilder. Kamen zwei (und ich meine es wirklich so, weil jede mögliche Bedeutung zutrifft) häßlichen Sächsinnen dort entlang, laberten etwas von 'ihr dürfd misch nischd fodografieren, isch habe meene reschde, isch weiß was ihr dürfd und was nischd'. Schade nur, daß die Touristen aus Übersee mit diesem Dialekt, ja selbst mit der deutschen Sprache mal gar nichts anfangen konnten. Und mal ehrlich, ihr Häßletten, wer will ich vor die Linse haben, außer er arbeitet für ein widerliches Onlineportal?

Nach Goethe ging zu Bach und der Thomaskirche. Keine Ahnung was ihr jetzt von mir denkt, aber ich bin echt so. Und somit habe ich auch diesen Punkt abgearbeitet. Ja, ich oute mich jetzt: ich bin Tourist. Erst mal einen Kaffee. Wo kann es kultur-historisch besser sein als im arabischen Coffe Baum, einem der ältesten Kaffeehäuser überhaupt. Und die Lage dazu. LE muß ganz früher wohl echt ein Hotspot gewesen sein. Traumhaft.

Ausruhen, trotz Sonnenschirmen, immer wieder der Sonne ausweichend neue Plätze eingenommen. Bei schon geröteter Haut, da spürt man jeden Sonnenstrahl.

Durch Gassen, durch Passagen, über Höfe dann irgendwann Richtung Zoo. Scheiße man, auch wenn der Schneider derbe Scheiße gebaut hat, was er aber in Downtown LE für Prachtstücke zum Leben erweckt hat, das kann man ihm echt neiden. Und ja, man hätte auch die jetzige Strecke mit der Straßenbahn fahren können, aber ich hatte, wie man so schön sagt, einen Lauf. Und so bin ich durchs Waldstraßenviertel Richtung Rosental. Ich lief zwar zügig, aber nicht so, daß ich mich verausgaben wollte. Denn es ging zur Menckestraße. Und was ist dort so besonderes? Zum Einen das Schillerhaus. Und zum Anderen gibt es dort auch das Gohliser Schlösschen. Und es alles sehr schön anzusehen. Die alten restaurierten Häuser, die Umgebung von Kunst & Kultur, dazu das Rosental. Und natürlich darf ich nicht vergessen, daß am Ende der Menckestraße die Goseschenke ist, mit Biergarten, ist doch klar. Und hier dann zum x-ten mal die Erklärung, was ist Gose?

Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter. Über die Ehrensteinstraße, dort war ich im Kindergarten, zu unserer ehemaligen Wohnung, wo wir bis 1981 gewohnt haben. 4. Etage. Eine sehr kleine Straße. Fünf Häuser auf der einen, vier auf der anderen Straßenseite. Und alles recht schön restauriert. Da kann man sich vorstellen heute wieder dort zu wohnen. An der einen Ecke war ein Bäcker. Dies war wohl auch ein Grund, weshalb ich es später lernte. Vor der Schule sind wir oft dorthin, hinten in die Backstube und haben 'ham se guchenränder?' (Kuchenränder) gefragt. Nicht immer, ist doch klar, gab es eine Tüte und dort waren sie dann drinnen, noch warm, vor allem aber derbe lecker. Und dann ging ich die Blumenstraße, um die Ecke von unserem Haus gab es früher eine Fleischerei, heute leider nicht mehr, Richtung meiner alten Schule. Habe sogar hin und wieder an die Namensschilder der Häuser geschaut, so als ob noch die alten Klassenkameraden dort wohnen würde und man klingelt und fragt: "gommsde runder?" oder auch: "doarf dor heigo runder gommen?". Verrückt.

Und ich muß sagen, es war ein schöner Schulweg. Links und rechts die alten Häuser. Teilweise Villen oder größere Einfamilienhäuser. Viele Bäume und wenig Verkehr. Und noch immer die gleichen Straßen und Fußwege. Also, Kopfsteinpflaster und so. Die gleichen Stoplerfallen wie schon vor 36 Jahren. Und dann sah ich sie, die alte Schule. Die Friedrich-Schiller-Schule. Schule, bei mir hat sie 1975 angefangen, immer von Montag bis Samstag. Turnhalle, Sportplatz, Schulgarten. Kinderhort. Ferienspiele. Was für Erinnerungen. Daneben gab es noch eine andere Schule, aber mit denen haben wir uns nicht abgegeben :-D. Du kennst es.

Und so bin ich, nach gut 6,5 Stunden, durch Kunst & Kultur und ein paar langen Wegen, mit gut Fußschmerz wieder heim, diesmal aber mit der Straßenbahn. Ein paar Bier gekauft, zu Abend gegessen und wieder im Sessel eingeschlafen.

Und dann habe ich noch ein paar Bilder für Dich.

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Die nächsten Tage standen dann im Zeichen „Meet & Greet“. Und es wurde lang und lustig.

Zunächst, auch wenn es Dir nichts sagt, traf ich mich mit Jonas, mit dem ich zusammen Bäcker gelernt habe, vor über 30 Jahren. So haben wir unser Treffen natürlich mit Interessantem und kulturellen und Dingen auf höchstem Genuss verbracht. Zuerst sind wir zum Hauptbahnhof von LE. Nach Umbau-Rückbau-/Erneuerungs- und Umgestaltungsmaßnahmen, ist er von einem reinen Kopfbahnhof (einer der größten in Europa) zu einem Kopf- und Durchgangsbahnhof mit verschiedenen Ebenen und dazugehöriger Shoppingmeilen umgebaut worden und ist nunmehr nur noch der viergrößte seiner Art in Europa. Und dort standen alte Loks und Waggons aus längst vergangenen Tagen. Spotterherz, was willst Du mehr?

Jonas hatte etwas Hunger, und ich konnte ja nicht einfach zusehen, und so sind wir erst mal zu den Bagel Brothers. Und ich sag Dir was: Jonas ist so mein Alter, klar. Und ich sehe ihn immer essen & trinken. Aber denkst Du, der wird fett? Einen leichten Bauchansatz, vielleicht. Aber sonst? Die Welt ist so ungerecht. Aber wenigstens muss er jetzt auch ne Brille tragen … die alten müden Augen.

 

Wir dann auf kulturellen Pfaden unterwegs. Goethe, Schiller, Bach. Ich wiederhole mich. Zudem noch Einkaufsmeilen abgegrast und bei gefühlten 35° und derben Sonnenschein die City raus- und runtergelatscht. Und wie ich am Tag zuvor auch schon, durch die Gassen, durch die Passagen. Ganz besonders gefallen hat mir dabei das Fregehaus. Zum Einen ist dort ein Hotel reingebaut wurden in die alte Fassade. Zum Anderen ist dort auch eine Antiquitätengeschäft. Hammer, weil man es echt mal gesehen haben muss. Irgendwann kamen wir immer mehr ins Schwärmen. So von früher. Der berühmte Schwank aus der Jugend. Und da merkt man wieder, wie alt man eigentlich schon ist. Aber schön ist, dass man sich wenigstens noch daran erinnern kann. Ich könnte eben auch von ollen Kammellen erzählen, doch am Ende wird bleiben: man hätte dabei sein müssen.

 

Jonas habe ich, obwohl aus der Nähe von LE kommend, vom Gose Bier vorgeschwärmt. Dass er es noch nicht kannte, es wird ein ewiges Rätsel bleiben. Und da ich weiß, in der Nähe meiner Wohnung gibt es das Lösch-Depot, welches meine geliebte Gose verkauft, sind wir hingefahren. 19:40 Uhr waren wir da. Schade nur, dass seit 40min der Laden geschlossen war. Hilfe! Und so sind wir, also er, in einem Affenzahn, vom Rande der Stadt ins Zentrum gefahren. Getränkefeinkost. Geöffnet bis 20:00 Uhr, stand ich fünf nach acht im Laden. Und der Boss sah mich an und wusste alles. So bekamen wir noch unsere Gose. Und als i-Tüpfelchen obenauf, wechselte er noch unser Bier in welches aus dem Kühlschrank. Saustark. Und für Freunde von Craft Beer, es Laden wo man hingehen sollte. Zufrieden fuhren wir dann zu meiner Wohnung, quatschten noch eine Weile und dann hieß es Abschied nehmen. 

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Am Donnerstag bin ich dennoch, wie jeden Tag, nie später als 7:30 Uhr aufgestanden. Und ich habe frei. Ob ich doof bin? Du weißt es doch, also frag nicht erst.

Frühstücken (jeden Tag), was ich sonst nie mache, einkaufen, und dann ein kurzes Nickerchen. Mittags schon holte mich Alex ab und wir fuhren zu ihr nach Hause. Haus im grünen, am Elster-Saale-Kanal. Traumhaft. Dann ein Kaffee, raus mit dem Hund und auch noch ihre Mama getroffen. Sie hat zwar eine kleine Überraschung vorweggenommen, aber ich, ganz der Gentlemen, habe es natürlich überhört. Und dann sind wir wieder heim und plötzlich, und unerwartet :-D, kam dann auch Ina mit dazu. Und so saß ich dann mit zwei alten Weibern (das wollte ich schon immer mal schreiben) im Garten, trank Kaffee und wir quatschten auch hier Stunde um Stunde über unsere Jugend. 1981 bin ich in diese Klasse gekommen, als wir aus Gohlis weggezogen sind. Und seit dem kenne ich die beiden. 36 Jahre sind eine lange Zeit. Da blieb auch kein Auge trocken, als wir uns über uns, alte Klassenkameraden, Lehrer, die Schule und so weiter ausgelassen haben. Alex kramte alte Schulbilder hervor. Und immer wieder ging es: weißte noch? Oder, kannste dich daran noch erinnern? Manchmal fiel es mir leicht mich zu erinnern. Manche Sachen hatte ich einfach nicht mehr aufm Schirm. Doch so nach und nach, als wenn Du einen schlafenden Riesen weckst. Köstlich.

Ich sage es hier auch mit Freude: manche Menschen verändern sich nie. Und ich wäre schwer enttäuscht, würden sie es. Natürlich, man wird älter. Hier ein Fältchen, da ein graues Haar. Doch in den Wesenszügen weiterhin so, so wie ich sie in Erinnerung hatte. Auch kamen ein paar Schandtaten ans Tageslicht, welche wohl besser im Verborgenen geblieben wären. Aber hee, dies hat uns ausgezeichnet. Hat uns geprägt. Hat uns zu den fantastischen Menschen gemacht, die ihr heute kennt. In diesem Sinne, ein Klassentreffen im Miniformat. Immer wieder gerne.

Alex fuhr mich dann wieder heim. Noch zwei Bier, etwas gegessen und dann schlief ich mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

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Freitag war dann wieder ein Tag, an dem ich bei Zeiten gefrühstückt habe. Dann das Internet bemüht um den GEZ-Gebühren mal auf dem Grund zu gehen. 

 

Online das Ticket klar gemacht und dann ging es in den Zoo von LE. Du weißt ja, dass ich immer gerne in Zoos gehe. Teils aus Interesse für Fauna & Flora. Teils aber auch, weil es für mich Ruhe und Entspannung bedeutet.

Der Leipziger Zoo ist natürlich schon recht alt. Was dort aber gemacht wurde, unbeschreiblich. Denkt man im Vorfeld, dass 21,00 €uro recht sportlich ist, im Vergleich zu Zoos in Japan, dann kommt man (also ich) nicht umhin zu sagen, dass es vom Preis/Leistung Denken her, absolut okay ist. Dies soll jetzt keine Aufforderung sein, aber ich würde auch 25 zahlen.

Und ich wurde immer wieder überrascht. Da sind zum Beispiel die alten Raubtierhäuser, welche heute zB eine Ausstellung enthält, in einem anderen Raubtierhaus (oder wars das Affenhaus?)  dann plötzlich ein Gehege für Koalas ist. Auch gibt es nicht mehr diese Zurschaustellung von Tieren auf kleinstem Raum und nur von Stein und Beton umgeben. Der Leipziger Zoo hat sich echt was einfallen lassen und Millionen in die Hand genommen.

Ich könnte jetzt wirklich alles einzeln aufzählen. Aber dazu reicht die Zeit nicht. Highlights natürlich die Löwensavanne, Pongoland und nicht zu vergessen Gondwanaland. Aber natürlich noch viel viel mehr. Und mir fällt auch immer wieder etwas ein. Aber eigentlich soll es eine Aufforderung sein, mal wieder in den Zoo zu gehen. Und LE bietet dafür eine große attraktive Auswahl.

hier ein paar Bilder aus dem Zoo

Und wie an allen Tagen bisher, es schien den ganzen Tag die Sonne, selten mal ein Wölkchen. Es war die ganze Woche wirklich heiß. Sonnenbrand mein ständiger Begleiter. Und wie auch sonst die ganze Woche über, ich latschte kreuz und quer. Im Zoo war ich dann auch 5,5 stunden. Mir taten die Füße weh, ich war müde, verschwitzt. Doch auch glücklich, dass ich in den Zoo gegangen bin statt, und wer hätte es mir verdenken können, einfach mal einen Ruhigen zu machen und den Tag vor der Glotze oder Rechner zu verbringen.

Also völlig fertig dann nach Hause. Ein kleines Nickerchen gemacht. Duschen und dann ging es auch schon wieder weiter. Diesmal zum Kollegen, welcher in eine minderwertige Schule ging :-D (dort gab es Lok Fans), gegen den ich oftmals Tennis spielte, später dann auch Doppelkopf und Skat, wie bekloppt. Und mit welchen ich eine gemeinsame Kneipenzeit verbrachte. Später dann auch gemeinsame Urlaube in Indonesien, mit Bierdosenpyramiedenbau in Taipeh und solche Aktionen. Und da tröpfelte es zum ersten Mal in dieser Woche. 20min Nieselregen.

Dann gab es erst mal Bier, dann noch eins. Dazu gutes Futter und nicht zu vergessen, der obligatorische Becherovka.   

Und wieder Bier und so weiter, und so fort. Dann war es auch schon 4 Uhr morgens. Wie die Zeit vergeht, wenn man trinkt und alte Geschichten erzählt und auch Neuigkeiten austauscht und eben eine schöne Zeit hat. 

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Samstag morgen also gegen 4:30 Uhr ins Bett. Zum Glück dann auch schon um 8 Uhr geweckt worden. Frühstücken. Am liebsten wäre ich ja gerne wieder ins Bett gegangen. Aber so einfach ist es nicht. Denn ich hatte ja auch noch ein Treffen aufm Plan. Mein Bruder, vier Jahre älter, holte mich ab und wir fuhren zu ihm, holten seine Frau ab und dann ging es auch schon nach Neuseenland. Ich kannte es zwar, also von Bildern und auch aus dem Netz, aber selbst war ich dort noch nie. Zuerst ging es zum Cospudener See. Schöner kleiner Hafen für Segelboote und so Zeugs. Aber auch mit Ferienhäusern im dänischen Stil. Tauchschule, Surfschule und noch allerhand mehr. Guter Gastronomie. Ruhig und doch nur ca. 30min von Downtown LE entfernt. Natürlich hat mich mein Bruder zu Kaffee & Eis eingeladen. Jedoch mußte ich aufs Eis verzichten. Und dann sind wir am Pier entlang und haben uns den Wind um die Nase wehen lassen.

Bilder von Neuseenland

Dann sind wir zum Markkleeberger See, auch weil mein Bruder dort wohnt. Und es gibt dort einen Kletterwald, aber heute nicht, nicht bei der Hitze. Und wir dann erst mal zum Kanupark. Heute war aber keine WM oder EM, dennoch waren viele Leute dort unterwegs. Ist aber auch eine verdammt gute Lage. Ach ja, hatte ich schon von der Sonne geschrieben? Alter, ich verbrenne. Und dann mußte ich noch eine elendische Treppe hochlaufen um wieder zum Auto zu kommen. Der einzige Vorteil war, dass hierbei man noch etwas über die Erdgeschichte lernen konnte. Der Geopfad mit ist schon recht lehrreich. Wobei man es eigentlich schon wußte, aber auch wieder vergessen hatte. Oder weißt Du heute noch was von Moräne, Grundmoräne und so Dinge? Auf jeden Fall war ich schon wieder müde. Rumlatschen, vorher wenig Schlaf, die Sonne und keine Abkühlung. Und am Abend sollte ja noch ein Treffen sein. Dann also erst mal wieder zu mir. Wurde also abgeliefert, kaufte noch ein paar Bier und sank daheim in den Sessel.

Erst mal Abendessen. Dann ein Bier. Und weil es schmeckte, noch ein Bier. Ich ließ das Treffen ausfallen. Ich war kaputt. Eine Woche auf Tour. Und statt Beine baumlen lassen, derbe auf Touri machen. Sonnenbrand natürlich inklusive. Und so war der Samstagabend ganz im Zeichen der Entspannung. Bierchen, TV, etwas Internet und immer mal wieder im Sessel wegnicken. Hee, dass kann ich echt gut.

Sonntag dann darum gebeten, dass ich bis 9 Uhr schlafen kann. Frühstücken. Rasieren. Duschen. Und dann hieß es Abschied nehmen. Aber ganz ohne Tränen, ehrlich.

Während der Fahrt fragte mich dann noch der Fahrer, ob ich wieder wach sei. Nun ja, man konnte wohl deutlich hören wie ich schlief. Mit einer Stunde Verspätung, durch Staus und Vollpfosten auf der Spur, dann in Hamburg wieder angekommen.  

Rechtzeitig zu Anne Will die Glotze eingeschaltet und wieder aus gemacht. Du kannst Dir sicher denken weshalb :-D.

Das waren sie also, meine nine Days in LE. Und wenn Du mal ein paar Tage frei hast, nutze sie. LE ist toll.

Herr Jens